Raspail spricht (4): Unsere Enkelkinder werden die Rechnung für die Migration bezahlen

Unbenannt

Raspail äußert sich also jetzt doch zur Flüchtlingskrise. Es war abzusehen, dass eines der hochauflagigen linken Magazine die Kontaktsperre durchbricht und Raspail ins Gesicht fragt: „Sind Sie ein Rassist, Monsieur Raspail?“. Le Point hat in seiner aktuellen Ausgabe diesen Schritt getan.

Das Magazin titelt: „Que les migrants se débrouillent“ – „Die Migranten sollen sich zurechtfinden“. Das ist gleich zu Beginn eine üble Manipulation, die vom Interviewtext selbst widerlegt wird. Denn die Antwort „Sie sollen sich zurechtfinden“ gibt Raspail auf die Frage, ob man die IS-Stellungen bombardieren soll. Mit „sie“ sind dabei die politischen Kräfte im nahen Osten gemeint, und nicht die Menschen, die nach Europa flüchten. Das Interview führt Said Mahrane, der die prophetische Kraft von „Le Camps des Saints“ in seinem Intro als ein Interpretationsmanöver der extremen Rechten Frankreichs deutet – und seinen Autor mit diesem Schachzug gleich politisch verorten will.

Raspail jedoch beginnt das Gespräch mit dem Hinweis darauf, dass sein bekanntestes Buch jetzt erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt wurde (http://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/nordost/5957/das-heerlager-der-heiligen) und hier einen sehr guten Erfolg hat (heute: Rang 1.200 bei Amazon). Und dann widerspricht er Mahrane: „Die Migrationskrise bereitet 30 Jahren Beleidigungen und Verleumdungen gegen meine Person ein Ende. Ich wurde wegen dieses Buches als Faschist bezeichnet, das Buch selbst galt als rassistisch“

Und: Sind Sie Rassist? – „Nein, absolut nicht. Man kann doch nicht sein ganzes Leben reisen, Mitglied der Societé des explorateurs francais und vielen indigenen, vom Aussterben bedrohten Völkern begegnet sein –  und gleichzeitig Rassist“. „Als das Buch erschien, 1972, erzeugte es einen großen Schock, und zurecht. Unter Valéry Giscard d’Estaing gab es eine Periode des echten intellektuellen Terrorismus gegen rechtsintellektuelle Schriftsteller“.

Warum Terrorismus?

„Natürlich. Man hat mich beleidigt und durch den Dreck gezogen“. Dann habe sich die Lage beruhigt – und zwar deshalb, weil man merkte, dass die Situation eintrat, die Raspail beschreibt. „Einige Intellektuelle, auch von der Linken, haben bestätigt, dass meine Analyse viel Wahres enthält. Bertrand Poirot-Delpech hat mein Buch bei seinem Erscheinen in Le Monde ignoriert. 1998 schrieb er in dieser Zeitung, dass ich doch Recht gehabt hätte. Aber das ist jetzt alles vorbei“.

Fast, schränkt Raspail ein. Laurent Joffrin, der Chef der linken Libération, spucke immer noch auf ihn – das sei stärker als er.

Wenn das Buch nicht rassistisch ist, wie nennen Sie es dann? – „Erstaunlich.“

Wie bitte?!

„Nun, dieses Buch hat eine seltsame Entstehungsgeschichte“. Davor habe er Reisbücher und Romane geschrieben, die alle keinen großen Erfolg hatten. „Eines Tages war ich bei einer Tante am Mittelmeer, in der Nähe von Saint-Raphael, in Vallauris. Ich hatte einen Schreibtisch mit Blick auf’s Meer. Und ich dachte mir: ‚Und wenn sie kommen?‘ Dieses „sie“ war noch nicht definiert. Dann wurde mir klar, dass die dritte Welt sich auf dieses Land, das gesegnete Frankreich, stürzen könnte. (…) Ich schrieb von Morgens bis Abends. Alles kam wie von selbst. (…) Dieses Buch hatte eine Inspiration, die mir selbst fremd war. Ich sage nicht: es ist göttlich, aber: seltsam“.

Wäre dieses Buch heute möglich? – Am Anfang habe sich das Heerlager schlecht verkauft. Nach drei Jahren gingen die Verkaufszahlen plötzlich nach oben. „Der Erfolg kam von der Mund-zu-Mund-Propaganda. Bis zu jenem Tag im Jahr 2001, an dem ein Boot mit kurdischen Flüchtlingen in Boulouris bei Saint-Raphael strandete, nur wenige Meter entfernt von dem Schreibtisch, an dem ich das Heerlager geschrieben habe!“ Das erzeugte in der Region einen Heidenlärm. Man sprach wieder über das Buch, es erreichte jetzt ein breiteres Publikum. „Mir ist das ein bißchen peinlich: Immer wenn es eine neue Flüchtlingswelle gibt, dann druckt man das Buch nach. Es ist wesenhaft mit den Ereignissen verbunden“

Es ist also ein politisches Buch? – Etwas, ja, vielleicht… „Das letzte Widerstandsnest sind Patrioten, die für ihre Identität und für ihren Boden kämpfen. Sie erheben sich gegen die allgemeine Verbrüderung und die Verschmelzung der Kulturen (métissage)“.

Sie wehren sich gegen die Aussage, ein extremer Rechter zu sein, aber Ihr Buch gibt fremdenfeindlichen Bewegungen Auftrieb…

„Sie sprechen von der extremen Rechten. Es ist möglich, dass das Buch von ihr instrumentalisiert wird. (…) Dafür kann ich nichts. Ich verfolge das nicht, weil ich nicht im Internet bin. Ich bin noch nicht im XXI. Jahrhundert angekommen. Ich bin ein Rechter, und ich schäme mich nicht, das zu sagen. Ich bin sogar ein rechter Rechter“. Was das heißt? „Nun, ich bin rechter als, sagen wir, Juppé. Aber zunächst bin ich ein homme libre, ich war nie einer Partie verpflichtet. Ich patroulliere an den Rändern“.

Wählen Sie? – „Nicht immer, ich bin Royalist. Ich wähle nur in der letzten Runde der Präsidentschaftswahl. Und da wähle ich sicher nicht links“.

Sie beschreiben die Immigranten als „wild“. Die meisten syrischen Flüchtlinge haben aber kein Messer zwischen den Zähnen…

„Das, was gerade passiert, hat keine Bedeutung. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung. Zur Zeit reden alle über dieses Thema, es gibt ein Chaos von Kommentaren. Aber keiner bezieht sich auf die nächsten 35 Jahre. Was erwartet uns 2050? Wir werden 9 Milliarden Menschen haben, in Afrika werden es nicht mehr 100 Millionen, sondern 500 Millionen sein. Dazu kommen Religionskriege. Die Weichen für den Ansturm werden jetzt gestellt, nachher ist es unausweichlich….

Soll man also die strategischen Positionen des IS bombardieren? – „Nein, das ist deren Problem, nicht unsers. Das geht uns nichts an. Was haben wir mit dieser Geschichte zu tun? Sie sollen sich zurechtfinden. Wir haben uns vor langer Zeit aus dieser Region zurückgezogen, warum also zurückkehren?“

Und die Attentate auf französischem Boden? Was soll man tun? – „Blockieren. Sie daran hindern, französisches Territorium zu betreten. Die Politik kann dieses Problem nicht lösen. Das ist wie mit den Schulden. Man vererbt sie. Unsere Enkelkinder werden die Rechnung für die massive Migration bezahlen“

Die katholische Kirche ist da anderer Meinung – „Ich habe geschrieben, dass die christliche Nächstenliebe angesichts der Masse an Migranten ratlos ist. Wir müssen unsere Herzen hart machen und jede Form von Mitleid unterdrücken. Sonst werden unsere Länder überflutet“.

Also auch kein Asyl für Christen aus dem Orient? – „Das vielleicht, denn sie stehen dem Abendland am nächsten. Deswegen wollen viele Franzosen sie aufnehmen. Frankreich, ein ungläubiges Land, beweist, dass der Grund der abendländischen Zivilisation christlich ist. Selbst wenn die Menschen nicht mehr zur Messe gehen, handeln sie aus diesem christlichen Fundament heraus“.

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Ein Gedanke zu “Raspail spricht (4): Unsere Enkelkinder werden die Rechnung für die Migration bezahlen

  1. Wir machen einfach weiter wie bisher. Stehlen deren Bodenschätze, beuten sie als billige Arbeitskräfte dabei aus. Wir schicken weiter Entwicklungshilfe, damit sie gerade noch dies leisten können.
    Wir lassen sie auf den Folgen unserer Emissionen sitzen und lassen sie verhungern. Wir lassen sie sich gegenseitig Töten mit den Waffen, die unseren Wohlstand erhöhen. Wir sorgen für Nachwuchs und elendes sterben an AIDS, indem wir Ihnen Kondome verbieten.
    Das hat seit Jahrhunderten funktioniert und soll auch weiter so funktionieren.
    Wir ignorieren einfach, dass wir überzogen haben und sehen nur das Symptom. Und gegen das Symptom bauen wir Mauern.
    Ein sehr intelligenter Plan. Bravo! Ein echtes Genie dieser Raspail. Und nein, natürlich kein Rassist. Denn wenn man mal gereist ist, kann man kein Rassist sein. Es soll übrigens Rassisten in Südafrika gegeben haben, die haben da sogar gewohnt! Sachen gibts…

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